Wer ist Anlageberater, wer ist Anlagevermittler?

 Für die Frage, welche Pflichten eine Bank Ihnen gegenüber hat, ist zunächst zu klären, ob der Mitarbeiter als Anlageberater oder als Anlagevermittler tätig geworden ist:

 

An den Anlagevermittler tritt der Interessent im Bewusstsein heran, dass der werbende und anpreisende Charakter der Aussage des Anlagevermittlers im Vordergrund steht. Von einem Anlageberater hingegen, dem der Anleger weitreichendes persönliches Vertrauen entgegenbringt, erwartet der Anleger nicht nur Informationen über Tatsachen sondern insbesondere deren fachkundige Bewertung und Beurteilung unter Berücksichtigung seiner persönlichen Verhältnisse. Im Allgemeinen zieht der Anleger einen Berater hinzu, wenn er selbst keine ausreichenden wirtschaftlichen Kenntnisse und keinen genügenden Überblick über wirtschaftliche Zusammenhänge hat. Dabei kommt im Bankensektor nach der Rechtsprechung des BGH bei dem Verkauf einer Kapitalanlage regelmäßig ein Beratungsvertrag zustande (BGH, Az.: XI ZR 191/10, Hinweisbeschluss vom 09.03.2011).

 

Im Rahmen einer Anlageberatung ist die Bank/Sparkasse verpflichtet, den Kunden anleger- und objektgerecht zu beraten. Anlegergerecht handelt die Bank nur, wenn sie das Anlageziel des Kunden (sichere Geldanlage/Bereitschaft zur Übernahme von Risiken) und dessen einschlägiges Fachwissen abklärt (so zum Beispiel BGH NJW 2011, 1949, 1950; Palandt-Grüneberg, BGB, § 280, Randnummer 48). Darüber hinaus hat die Bank objektgerecht über diejenigen tatsächlichen Umstände richtig und vollständig aufzuklären, die für den Anlageentschluss des Interessenten von besonderer Bedeutung sind (BGH, wie angegeben;  Palandt-Grüneberg, wie angegeben, Rn. 49). 

 

 


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