Schadensersatzansprüche

1. Die Suche nach einem solventen (= zahlungskräftigen) Schuldner

 

Schadensersatzansprüche gegen eine insolvente Gesellschaft zu erheben, bringen im Erfolgsfall nur die sog. Quote. Mit anderen Worten: Forderungen der Gläubiger werden vom Insolvenzverwalter nur zu einem geringen Prozentsatz (der in Deutschland durchschnittlich bei nur knapp über 5 % liegt) befriedigt.

 

Daher steht im Zentrum unserer Beratung die Suche nach einem zahlungskräftigen Schuldner, an dem sich der Anleger schadlos halten kann.

 

2. Ansprüche gegen Anlageberater oder Anlagevermittler?

 

Eine vergleichsweise gute Aussicht auf Schadloshaltung haben Anleger, die sich infolge einer Anlageberatung oder Anlagevermittlung an die P&R-Gruppe gewandt haben. Als solche Berater bzw. Vermitler infrage kommen etwa die Bank oder Sparkasse, die den Anleger zur Auswahl der Investition geraten hat oder aber der (selbständige oder institutionelle) Anlagevermittler, der den Anleger auf die Möglichkeit der Investition in die Schiffscontainer aufmerksam gemacht hat.

 

Wir werden mit Ihnen daher besprechen, wie Ihr Investment in die P&R-Gruppe genau erfolgte und im Anschluss mögliche Schadensersatzansprüche gegen Banken, Sparkassen und Anlagevermittler prüfen.

 

2. Ansprüche gegen Prospektverantwortliche? 

 

Die meisten Anleger dürften jedoch selbständig, d.h. ohne Hilfe oder Mitwirkung eines Anlageberaters oder Anlagevermitterls, sich zu einem Investment in die P&R-Unternehmensgruppe entschieden haben.

 

Auch in diesem Fall ist es möglich, solvente Schuldner zu finden. In Frage kommen etwa Prospektverantwortliche, sofern sich im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Risiken, die in den seit Januar 2017 aufgelegten Verkaufsprospekten abgedruckt wurden, nicht vollständig in den Verkaufsprospekten aufgenommen oder verharmlost wurden.

 

3. Ansprüche gegen die Betreiber eines Schneeballsystems? 

 

Nach ersten Auswertungen der Bilanzen der P&R Gruppe werden einer Meldung von €uro am Sonntag v. 13.05.2018 zufolge Bedenken geäußert, ob überhaupt  alle der vermeintlich 1,2 Millionen Container im Bestand von P & R existierten. Sollten sich diese Bedenken erhärten, wird darüber nachzudenken sein, ob nicht ein Schneeballsystem aufgebaut wurde. In diesem Fall könnten sich nach der Rechtsprechung zwar direkte Schadensersatzansprüche gegen die Geschäftsführer der Gesellschaften ergeben.  Auf der anderen Seite müssten Anleger dann befürchten, dass von den Insolvenzverwaltern an sie bereits ausbezahlte Mieten zurückgefordert werden. Denn in der Rechtsprechung ist anerkannt, dass die Auszahlung von in Schneeballsystemen erzielten Scheingewinnen durch den späteren Insolvenzschuldner vom Insolvenzverwalter als objektiv unentgeltliche Leistung nach § 134 Abs. 1 InsO angefochten werden kann (so etwa OLG Karlsruhe, Urteil vom 04.03.2010, Az.: 4 U 133/08).

 

4. Wie sehen Schadensersatzsansprüche konkret aus?

 

Die Rechtsprechung ist zu dieser Frage sehr eindeutig: Ergibt sich ein Beratungsfehler der Bank wird zunächst vermutet, dass dieser für Ihre Anlageentscheidung kausal, also ursächlich, war. Kann die Bank diese Vermutung nicht entkräften, so sind Sie so zu stellen, als ob Sie die Investition nie getätigt hätten. 

 

5. Können Ihre Forderungen verjähren?

 

Ja. Etwaige Schadensersatzansprüche könnten bereits mit der Anlage, d.h. mit dem Kauf eines Containers der P&R Gruppe entstanden sein. Solche Ansprüche verjähren innerhalb von 3 Jahren. Die Verjährung beginnt aber erst mit Kenntnis von den haftungsbegründenden Umständen. Diese dürften dem Anleger erst bekannt geworden sein, als Anfang 2018 die Mietzahlungen ausgeblieben sind. Daneben gibt es aber auch noch eine kenntnisunbabhängige 10-Jahres-Verjährung. Nachdem die Verträge immer 5 Jahre liefen, dürfte diese Verjährungsfrist vorerst keine Rolle spielen.

 


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