Das Geschäftsmodell der P&R Unternehmensgruppe

Die P&R Unternehmensgruppe verkaufte Anlegern gebrauchte Container, miete diese gleichzeitig zurück und zahlte dann einige Jahre lang den vereinbarten Mietpreis. Anleger hatten die Zusage, dass die Container von P&R nach 5 Jahren zu einem in Aussicht gestellten Preis (65 % des Ursprungskaufpreises) wieder zurückbezahlt wurden. Die Prospekte boten gebrauchte Container mit gut zwölf Meter Länge und 2,90 Meter Höhe an. Ein Stück kostete zuletzt 2.450,- Euro. Inklusive Mieten sollten rd. 116 Prozent des Erwerbs­preises an den Anleger zurück­fließen. Das entspräche etwa 3,8 % Rendite pro Jahr vor Steuern. 

 

Die Unternehmensstruktur der P&R Unternehmensgruppe ist alles andere als übersichtlich:

Hinzu kommt, dass die Vermietung der Container über die in der Schweiz ansässige P&R Equipment & Finance Corp., und nicht über eine der oben genannten deutschen Gesellschaften erfolgte. 

 

Interessant in diesem Zusammenhang und für die zu erwartenden Schadensersatzprozesse der zig Tausend Anlegern von Bedeutung dürften personellen Verflechtungen sein, die bei der P&R Unternehmensgruppe vorherrschen: 

  • Heinz Roth ist Gründungsgesellschafter und Gesellschafter der P&R Transport-Container GmbH, aber zugleich Aktionär und Aufsichtsratsvorsitzender der P&R AG. Letztere wurde von der P&R Transport-Container GmbH mit der Geschäftsbesorgung beauftragt. Heinz Roth ist ferner Aktionär und Mitglied des Verwaltungsrates der P&R Equipment Finance Corp. (auf dem obigen Schaubild nicht angegeben), mit der die P&R Transport-Container GmbH einen sog. Rahmenvertrag hinsichtlich des Bezuges und der Untervermietung von Standardcontainern geschlossen hatte. Die Süddeutsche Zeitung schreiben in einem Beitrag vom 26.03.2018 gar, dass Heinz Roth, der "Mann ist, bei dem alle Fäden zusammenlaufen".
  • Eine weitere personelle Verflechtung betrifft Martin Ebben. Dieser ist sowohl Vorstand der P&R AG als auch Geschäftsführer der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, der P&R Gebrauchtcontainer-Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, P&R Container Leasing GmbH sowie der P&R Transport-Container GmbH.

Die Kanzlei Stenz & Rogoz meint: Auf eine solche Verflechtung hätten Anleger nicht erst bei den Investitionen im Jahr 2017, sondern schon früher hingewiesen werden müssen.

 

Ein weiterer Aspekt des Geschäftsmodells ist die Vorenthaltung wesentlicher Informationen, die für die Anlageentscheidung in die P&R-Container von wesentlicher Bedeutung gewesen wäre: Über Jahrzehnte wurden den Anlegern wesentliche Informationen vorgehalten, die die Bewertung des Investments erst möglich machen: Wie alt sind die Container?  Welchen Verarbeitungsstandard weisen sie auf? Wie groß ist die Containerflotte? etc. Dies hat Finanztest schon in seiner Juli-Ausgabe 2017 bemängelt.

 

Die Kanzlei Stenz & Rogoz meint:  Die Mitteilung dieser Informationen ist keine Frage der Höflichkeit sondern eine Pflicht der Gründungsgesellschaftern gegenüber den neuen Anlegern sowie der Anlageberater (wie z.B. der Banken, die ihren Kunden die Anlage empfohlen haben) gegenüber ihren Kunden. 


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