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Fehlen 1 Million Container?

Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen: Nach einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der vorläufigen Insolvenzverwalter der insolventen P&R-Gruppe fehlen nach ersten Erkenntnissen rund 1 Million Container im Bestand von P&R. Die Staatsanwaltschaft München I hat bereits die Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter habe sich diese "enorme Bestandsdifferenz" nach den vorliegenden Erkenntnissen über Jahre hinweg aufgebaut. Derzeit werde aufgearbeitet, wie sich die Bestandsdifferenz über die Jahre entwickelt habe. Parallel dazu würden sämtliche Zahlungsströme der letzten Jahre untersucht und ausgewertet, auch um zu überprüfen, wann und in welchem Umfang Container am Markt ge- und verkauft wurden. 

 

Die vorläufigen Insolvenzverwalter haben noch ausgeführt:

 

„Die Aufarbeitung der Krisenursachen und der sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen wird mit Nachdruck betrieben, aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Unsere Aufgabe ist es auch, Haftungsansprüche gegen die für die Vorgänge verantwortlichen Personen zu prüfen und durchzusetzen. Die Aufarbeitung wird allerdings auch dadurch erschwert, dass der Geschäftsführer, der die Geschäfte teilweise seit mehr als zehn Jahren geführt hatte, heute nicht mehr zur Verfügung steht, da er im Mai 2016 überraschend verstorben ist. Der heutige Geschäftsführer der deutschen Gesellschaften hat die Geschäfte erst im Juni 2017 von Herrn  Heinz Roth übernommen, der die Geschäfte seit Juni 2016 übergangsweise geleitet hatte“, so Dr. Jaffé. Er betont: „Für die Anleger ist jetzt in einem ersten Schritt ohnehin entscheidend, dass es gelingt, die vorhandenen und vermieteten Container, die laufend Zahlungseingänge generieren, zu sichern und sie – wenn nötig auch über Jahre hinweg - bestmöglich zu verwerten, denn eine Verwertung durch die Anleger selbst ist rechtlich und praktisch unmöglich.

 

Vor diesem Hintergrund wurde und wird intensiv an Maßnahmen gearbeitet, um die Erlöse zu sichern, die aufgrund der vertraglichen Strukturen zunächst in der Schweizer Gesellschaft erzielt werden, aber letztlich den Anlegern und Gläubigern zu Gute kommen sollen. Die Mietverträge mit den Leasinggesellschaften, die die Container weltweit an Reedereien vermarkten, wurden historisch nicht von den vier deutschen Container-Verwaltungsgesellschaften geschlossen, sondern von der Schweizer Gesellschaft. In Folge der in Gang gesetzten Aufklärung wurde nun in der Schweizer Gesellschaft ein Schweizer Wirtschaftsprüfer als Verwaltungsrat bestellt, der die Geschäftsführung der Schweizer Gesellschaft kontrolliert. Ziel ist es, die Ansprüche der deutschen Gesellschaften bestmöglich zu befriedigen, auch durch die Verwertung eines eigenen Vermögens der Schweizer Gesellschaft. Auch diese Verwertungserlöse sollen den Anlegern und Gläubigern letztendlich zu Gute kommen. „Nur wenn es gelingt, die Mieteinnahmen aus den nahezu vollständig vermieteten Containern zu sichern und diese später zu verwerten, kann es zu einer substantiellen Verteilung an die Anleger kommen. Ein Zusammenbruch der Schweizer Gesellschaft würde den Anlegern nichts nützen und auch keinen Mehrwert für sie bringen."

 

Besonders besorgniserregend ist folgende Aussage des Insolvenzverwalters

 

"Bricht die Wertschöpfungskette, an deren Ende die Anleger der deutschen Gesellschaften stehen, zusammen, wird sich der Schaden der Anleger weiter vertiefen. Eine realistische Zugriffsmöglichkeit auf die Container bestünde dann nicht. Vielmehr würden die Container in diesem Fall möglicherweise außer Dienst gestellt und weltweit zur Abdeckung der enorm hohen Standkosten durch Dritte zwangsverwertet. Für die Anleger würde dann nichts mehr übrig bleiben."

 

Die vorläufigen Insolvenzverwalter bitten deshalb betroffene Anleger weiterhin darum, Ruhe zu bewahren und die Fortschritte in den einzelnen Insolvenzverfahren abzuwarten. Auch wenn Anlegern kein Eigentums-Zertifikat vorliegt, können sie Ansprüche im Insolvenzverfahren geltend machen. Diese Forderungsanmeldung ist jedoch erst nach Eröffnung der Insolvenzverfahren möglich. 


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